Aus FLIT* wird FLINT+

Das Leben ist ein andauernder Reflexionsprozess und so muss sich auch immer mal wieder die Sprache anpassen. Gerade als feministischer Raum fragen wir uns immer wieder, wie wir Personen, die strukturelle Diskriminierung erfahren, besser erreichen und ihnen sichere Räume bieten können. Die bisherige Formel FLIT*, von uns immer ausgeschrieben als FrauenLesbenInterTransNonbinary, hat versucht nicht-binäre Personen innerhalb des Sterns zu markieren und folgte der Logik vieler anderen Sternchen verwendungen. Dabei haben wir mehrere Nachteile bemerkt:

  • Das Sternchen ist Interpretationssache, zwar können wir es auf eine bestimmte Weise ausschreiben, aber das heißt nicht, dass andere es auch so tun. Entsprechend werden non-binary Personen unsichtbar gegenüber den anderen Positionierungen/Identitäten, die mit Buchstaben deutlich markiert sind. Wie auch eine erste Fußnote in einer wissenschaftlichen Arbeit, die versichert, dass in dem generischen Maskulinum alle mitgemeint seien, reicht auch hier die Sternchenform nicht aus – Mitmeinen reicht nicht, es braucht auch die Sichtbarkeit.
  • Sternchenverwendungen werden in feministischen Diskursen zunehmend kritisiert. Sei es, dass bei „trans*“ häufig das Sternchen erklärt wird als eine inklusion nicht-binärer Geschlechter, was zur Folge hat, dass das trans symbolisch binär bleibt, während das nicht-binäre im Sternchen geothert wird. Ähnliche Probleme gibt es bei „Frauen*“/“Männer*“, wo Bedeutungen teils gegenteilige Effekte haben können. Teils soll das Sternchen trans Personen mitgemeinen, also Männer* sind dann sowohl trans Männer wie auch cis Männer, teils wird es aber auch diskriminierend verwendet, etwa so, dass in Diskursen um reproduktive Rechte „Frauen*“ alle Personen mit Uterus meinen solle. Kurz: Sternchen werden inflationär verwendet, haben keine feste Bedeutung, können dadurch zu Unsicherheiten führen und unbewusst Diskriminierung reproduzieren.
  • Non-binary Personen werden in feministischen Spaces häufig nicht ernst genommen und erfahren Diskriminierung. Wir möchten dieser Diskriminierung eine deutliche Türpolitik entgegensetzen.

Daher nutzen wir jetzt statt FLIT* die neue Abkürzung FLINT+. Nonbinary wird durch einen eigenen Buchstaben markiert und wir möchten mit dem + darauf hinweisen, dass FLINT+ kein abgeschlossener Begriff ist, sondern sich öffnen und erweitern kann.