A-F

-*ismus/-*ismen
Strukturelle Diskriminierung gegen Personen auf Basis bestimmter konstruierter Eigenschaften sind -ismen.

Ableismus
… oder auch Behindertenfeindlichkeit beschreibt die (strukturelle) Abwertung von Personen auf Basis von Fähigkeiten. Gegenüber einer sozialen Norm werden Körper, die von dieser abweichen, diskriminiert.
Bei normabweichenden neurologischen Funktionen gibt es außerdem den Begriff neurodivergent/ Neurodivergenz. Personen, deren neurologische
Funktionen gesellschaftlichen Normen entsprechen, sind hingegen neurotypisch. Der Begriff Neurodiversität bezeichnet die Vielfalt menschlicher Daseinsformen aufgrund verschiedener neurologischer Funktionsweisen.

Cis
(lat. „diesseits“)
Personen, die sich mit dem binären Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurden, identifizieren.

dyadisch
Kurz: Dya. Personen, die nicht inter sind. Heißt: Personen, die einen Körper besitzen, der normativen Vorstellungen von Geschlecht entspricht.

Essenzialismus
… sind Denkarten und Aussagen, bei denen von einem zugrundeliegenden und unveränderbaren Kern von Dingen ausgegangen wird. Ein häufiger Essentialismus ist zum Beispiel die transfeindliche Annahme, dass sich Personen aufgrund von bestimmten Chromosomen auf eine bestimmte Weise verhalten müssen. Viele -istische Aussagen basieren auf essentialistischen Annahmen.

Feminitätsfeindlichkeit
In hegemonial männlicher Kultur werden Dinge, die als feminin eingestuft werden, häufig als schwach/egozentrisch/oberflächlich abgewertet. Strukturell führt das dazu, dass normative Ansprüche (hegemonial) männlich performende Personen belohnen.

FLIT*
steht kurz für FrauenLesbenInterTransNonbinary. Die Reihenfolge der Buchstaben ist frei wählbar.

Frauen*Lesben*
Frauen*Lesben* meint sowohl sich als heterosexuell identifizierende Frauen* als auch sich als lesbisch* identifizierende Personen. Die Bezeichnung Frauen*Lesben* wendet sich gegen das automatisierte Lesen des Begriffs „Frau“ als heterosexuell und trägt zur Sichtbarkeit von Lesben* in Frauen*-Kontexten bei.

G-M

Gender gap (_)
& Sternchen (*)

Die Gender Gap (Unterstrich) stellt eine sprachliche Intervention dar, die neben dem Dualismus von Mann und Frau Raum für andere Geschlechteridentitäten lassen will. Durch einen Bruch im Sprachbild sollen gap und Sternchen den Lesefluss stören.
Dadurch soll immer wieder darauf hingewiesen werden, dass es jenseits der gesellschaftlich anerkannten Zweigeschlechtlichkeit noch weitere Geschlechter gibt.

Hegemoniale
Männlichkeit

… beschreibt Verhalten und Strukturen, die Männer, und insbesondere dyacis-Männer, über andere Personen stellen. Dies geschieht u.a. durch Mackerhaftigkeit, dominantes Redeverhalten, Logozentrismus, Abwertung von Gefühlen und das Kleinreden von Diskriminierung. Hegemonial männliches Verhalten muss dabei nicht durch dyacis-Männer ausgeführt werden, sondern kann durch jede Person erfolgen.

Heteronormativität
Mit dem Begriff der Heteronormativität wird benannt, dass die binäre und vermeintlich eindeutige Zweigeschlechtlichkeit und die Heterosexualität in unserer Gesellschaft die Norm darstellen. Durch diese Machtstruktur werden alle diejenigen abgewertet, die sich jenseits der Zweigeschlechtlichkeit verorten, oder deren Körper nicht der sexistischen Norm entsprechen. Und alle diejenigen, die mit der Vorstellung, dass sich Mann und Frau gegenseitig heterosexuell begehren, brechen, indem sie beispielsweise lesbisch l(i)eben.

inter
(lat. „zwischen“)
Inter, Intersex oder auch intergeschlechtlich sind Personen, deren Körper von der normativen Vorstellung zweigeschlechtlicher Körper abweichen.
Diese Begriffe sind Selbstdefinitionen, während der Begriff der “Intersexualität” aus einer medizinisch pathologosierenden Perspektive geprägt wurde. Auf Basis medizinischer Einschätzung und rechtlicher Ordnung werden oft kurz nach ihrer Geburt die Körper von inter Personen mittels Operationen, Hormongabe und Sozialisation gewaltvoll dem Bild binärer Zweigeschlechtlichkeit angepasst.

Intersektionalität
Geht von der Verwobenheit und Überkreuzung verschiedener Machtverhältnisse und struktureller Diskriminierungsformen aus, die dann mit einem Intersektionalitätsansatz zusammen betrachtet und analysiert werden können. Mit einer intersektionalen Perspektive kann es mitunter möglich sein, Mehrfach-Diskriminierungen und aus der Überschneidung der einzelnen Diskriminierungsformen entstehende Folgen sichtbar zu machen.

Klassismus
ist die Bezeichnung für individuelle, strukturelle oder kulturelle Diskriminierung, Ausbeutung und Marginalisierung von Personen in Bezug auf ihren tatsächlichen oder den ihnen zugeschriebenen sozialen und/oder bildungspolitischen Status.

N-Z

nicht binär
[non binary]

Personen, die sich außerhalb der hegemonialen Zweigeschlechtlichkeit verorten. Die Lebensrealität von nicht binären Personen ist divers, sie können gleichzeitig auch cis/trans und dyadisch/inter sein.

Patriarchat
Patriarchat beschreibt ein gesellschaftliches System von sozialen Beziehungen der männlichen Herrschaft. Wird von einer patriarchalen Gesellschaft gesprochen, meint dies eine Gesellschaft, in der die Herrschaft der dyacis-Männer über FrauenLesbenInterTransNonbinary institutionalisiert und manifestiert ist. In patriarchalen Strukturen ist das Weibliche dem Männlichen strukturell untergeordnet. Das Patriarchat ist eine gewaltvolle Gesellschaftsstruktur, die es zu bekämpfen gilt.

Pronomen
Pronomen sind Bezeichnungen von Personen in dritter Person. Es gibt eine breite Auswahl an verschiedenen Pronomen, wie u.a. ‘sie’, ‘es’, ‘m’, ‘si:er’, aber auch die Möglichkeit, dass Personen kein Pronomen für sich wünschen oder den eigenen Namen als Pronomen verwenden.
Pronomen können nicht von Körpern abgelesen werden, sondern nur durch Fragen herausgefunden werden. Anderen Personen ein Pronomen einfach zuzuweisen ist gewaltvoll. Entsprechend ist es dann besser, bis 1 fragt, den Namen der Person statt Pronomen zu verwenden.

Selbstdefinition
In der (dya-cis)Heteronormativität werden anderen Personen Geschlechter, Sexualitäten etc. zugeschrieben und zugewiesen. Die Möglichkeit von Selbstdefinitionen, zum Beispiel bei Geschlecht, Sexualität, Pronomen etc., ist ein Gegenentwurf zu der gewaltvolllen Struktur der Fremddefinitionen.

Sexismus
Sexismus als strukturelles Machtsystem ist gesellschaftliche Realität, institutionell verankert und individuell verinnerlicht. Sexismus baut auf der gegensätzlichen Unterscheidung und Biologisierung von genau zwei Geschlechtern und deren Hierarchisierung auf. Durch Sexismus werden dyacis-Männer gegenüber FrauenLesbenInterTransNonbinary privilegiert. Es gibt daher keinen Sexismus gegenüber dyacis-Männern.

trans
(lat. „jenseits“, „hinüber“)
Trans wird als Oberbegriff für alle Personen verstanden, für die das gelebte Geschlecht keine zwingende Folge des bei Geburt zugewiesenen Geschlechts ist, oder die sich mit diesem nicht identifizieren können oder wollen. Zudem bezeichnen sich Personen als trans*, die ihre Geschlechtsidentität jenseits der Zwei-Geschlechterordnung leben.