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Ausstellung und VeranstaltungsreiheUnwegsames GelÀnde

Ausstellung und Veranstaltungsreihe
Unwegsames GelÀnde
Das Jugendkonzentrationslager fĂŒr MĂ€dchen und junge Frauen
und spÀteres Vernichtungsort Uckermark

Das Anna-Schwarz RomnoKher, Oldenburger Kulturzentrum von Sinti und Roma in Zusammenarbeit mit dem FEMREF und einigen interessierten Personen organisiert diese Veranstaltungsreihe in den RĂ€umen des Vereins, Stedinger Straße 45a.
Mitglieder des Vereins waren auf der Suche nach Möglichkeiten des Gedenkens und fanden das von der Initiative fĂŒr einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. ersonnene „Offene Gedenken“, ein kritisches, aktives, antifaschistisches und feministisch motiviertes Gedenken. Teil dieses Gedenkens beinhaltet ein alle ein bis zwei Jahre stattfindenes Bau- und Begegnungscamp fĂŒr FLIT-Personen. Das Uckermark-Netzwerk stellt sich einer Musealisierung des Gedenkens entgegen und arbeitet immer mit antifaschistischem Gegenwartsbezug – der eine Kritik an der Verfasstheit deutscher Erinnerungs- und Gedenkarbeit einschliesst (aus dem Katalog der Ausstellung).

Die Ausstellung von der Initiative fĂŒr einen Gedenkort macht die immer noch weitgehend unbekannte Geschichte dieses Ortes sichtbar. Dort wurden von 1942 bis 1945 MĂ€dchen und junge Frauen, die ĂŒberwiegend als ‚asozial‘ diskriminiert und verfolgt wurden, unter extrem schlechten Lebensbedingungen interniert, mussten Zwangsarbeit leisten und wurden gefoltert. Es fanden außerdem kriminalbiologischen Untersuchungen des ,Rassenhygienischen' Instituts im Jugendkonzentrationslager Uckermark statt. Solche Untersuchungen wurden von dem Institut seit 1936 durchgefĂŒhrt und dienten der rassistischen Erfassung von Sinti und Roma. Sie bildeten die Grundlage fĂŒr Sterilisationen und den Genozid an Sinti und Roma.
Als ‚asozial‘ galt, wer sich der Ordnung des nationalsozialistischen Staates nicht einfĂŒgen wollte – eine sehr wirkmĂ€chtige Kategorie innerhalb des NS-Ideologie, deren kontinuierliche diskriminierende Auswirkung sich bspw. durch weitere gesellschaftliche Ächtung der Betroffenen sowie eine fehlende offizielle Anerkennung zeigt.
Von Januar 1945 bis zur Befreiung am 30.4.1945 wurde ein Teil des Lagers zu einem Vernichtungsort fĂŒr Frauen aus dem benachbarten Konzentrationslager RavensbrĂŒck sowie anderer Konzentrationslager.

Veranstaltungsreihe im Anna-Schwarz RomnoKher:
18.10 19.00 Eröffnung
Film„...das nannte man unsozial“ , Das MĂ€dchenkonzentrationslager, 20 min
Musik Sinti Swing Oldenburg
23.10 19.00 Film „zugang erwĂŒnscht“, uckermark, die entwicklung eines gedenkortes 50 min
06.11 19.00 Film „...dass das heute noch immer so ist“ – KontinuitĂ€ten der Ausgrenzung 60 min
20.11 19.00 Film „Aber man kann des gar net so sagen, wie’s wirklich war...”
Die Sintezza Sophie Wittich berichtet ĂŒber ihre Haft in Auschwitz und RavensbrĂŒck, 30 min
04.12 19.00 „Es steht mir zu, zu leben”
Esther Bejarano berichtet ĂŒber ihre Haft in Auschwitz und RavensbrĂŒck, 30 min
Die beiden letzten Filme sind von der Filmemacherin Loretta Walz, die seit 1980 zweihundert Oral-Herstory Filme gedreht hat – unwiederbringliche Dokumente.
8.12. 11.30 Vortrag zu KontinuitÀten nach 1945 und dem Offenen Gedenken
Referentinnen der Initiative fĂŒr einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. berichten und laden zur Diskussion ein

Weitere Veranstaltungen folgen und werden auf romno.de sowie auf femref.uni-oldenburg.de angekĂŒndigt.
Vom 18.10 – 7.12.2019 wird die Ausstellung in den RĂ€umlichkeiten des Anna-Schwarz RomnoKher-Oldenburg e.V. zu sehen sein. Samstags von 12 – 16 Uhr sowie im Zeitraum von einer Stunde vor bis ca. zwei Stunden nach einer Veranstaltung. Besichtigungen der Ausstellung zu weiteren Zeiten sind unter kontakt@romno.de oder 0441 30 43 56 44 vereinbar.
Ort: Anna-Schwarz RomnoKher-Oldenburg e.V., Stedinger Str. 45a, 26135 Oldenburg
Das Anna-SchwarzRomnoKher liegt im 1.Stock und hat leider keinen Personenaufzug.