Gut aufgehoben? / ¿En buenas manos? / In good hands?


Ein Kommentar zu einem Semester in Guadalajara und unserem International Office von Helena Leucht
(Spanish and English translations below)

Mitte Januar 2020 flog ich nach Guadalajara, Mexiko, um dort an der Universidad de Guadalajara mein Auslandssemester zu absolvieren. Die Universidad de Guadalajara hat mehrere Campus für die verschiedenen Disziplinen. Ich war am Centro Universitario de Ciencias Sociales y Humanidades (CUCSH) untergebracht und besuchte einige Kurse, die mein Masterstudium ergänzen sollten.
Schon vor Abflug wurden wir Austauschstudierende von Betreuenden einer Gruppe kontaktiert, die sich InterCUCSH nennt. Es handelt sich dabei um eine von der mexikanischen Partneruni bezahlten studentischen Gruppe. Die Betreuenden halfen uns erst einmal mit unserem Stundenplan und luden uns zu einer Willkommensveranstaltung zu Semesterbeginn ein.
Bei dieser Veranstaltung bestätigte sich mein Verdacht, dass ich mit Abstand die Älteste unter den Austauschstudierenden war. Groß gestört hat mich das nicht, aber es war recht klar, dass ich für das Programm, das dann von InterCUCSH vorgestellt wurde, nicht mehr die Zielgruppe war. Jedenfalls fühlte ich mich nicht angesprochen. Beispielsweise sollte es im Februar die Möglichkeit geben, ein Wochenende am Strand „Boca de Iguanas“ zu verbringen, um den Valentinstag zu feiern. „Lover’s Beach Festival“ nannte sich das Ganze und beinhaltete auch vier Stunden „barra libre“ – also All-You-Can-Drink.
Bei der Willkommensveranstaltung stellten sich alle Betreuenden einmal vor. Meine Betreuende war gleichzeitig die Chefin von InterCUCSH und wirkte sehr freundlich. Auch die anderen schienen mir offen und sympathisch. Sie griffen nochmals die Hilfe beim Stundenplan und bei anderen studiumsbezogenen Problemen auf, baten dann aber auch ihre Hilfe bei anderen Problemen an: „Falls ihr irgendwann mal betrunken in einer Disko steht und nicht mehr wisst, wie ihr nach Hause kommen könnt oder ihr garnicht mehr wisst, wo ihr eigentlich seid, könnt ihr uns auch gerne anrufen! Wir sind für euch da!“ Die, die bereits Spanisch verstanden, lachten. Ich meine, so unwahrscheinlich ist das nicht, dass das in einer 4 Millionen Stadt passieren kann; die Orientierung verlieren, meine ich.
Zu meiner Freude wurde dann auch noch ein ernstes Thema angesprochen: sexualisierte Gewalt. Auch hier wollte die InterCUCSH uns eine Anlaufstelle sein. Wir fühlten uns gut aufgehoben.
Der erste Monat verging rasend schnell. Natürlich bin ich nicht zum Lover’s Beach Festival mit InterCUCSH, wohl aber zur Stadtführung und nach Tequila. Die Stadtführung war ok. Tequila war so, wie man es sich vorstellt, wenn man ein Haufen 18 bis 22 jähriger Studierende einen Tag lang zusammen trinken lässt. Das klingt judgy, ist aber nicht so gemeint. Ich sage das, um später kontextualisieren zu können. Nach dieser Veranstaltung war für mich klar, dass ich definitiv nicht mit InterCUCSH verreisen würde. InterCUCSH bietet nämlich auch Reisen an, sogar eine längere Reise nach Kuba stand auf dem Programm. Die Betreuenden reisen jedes Mal mit.
Am 8. März wird in Mexiko der „Tag der Frauen“ gefeiert. Ich sage bewusst „Tag der Frauen“, da es in Mexiko (leider nur) so genannt wird. An meinem Campus wurde dieser Tag zum Anlass genommen auf einige „Missstände“ aufmerksam zu machen. Professoren hatten gemeinsam mit Studenten eine WhatsApp-Gruppe gegründet, um Studentinnen zu bewerten. Es hatte Übergriffe von Studenten und Professoren gegeben, die nun öffentlich thematisiert wurden. An den Wänden der Universität waren mehrere Kampfsprüche geschrieben und geschmiert worden: Die Universidad de Guadalajara vergewaltige. Am Büro von einigen Professoren standen ebenfalls schwere Anschuldigungen gegen diese.
Schock war nicht das, was ich fühlte. Ich bewunderte die Aktion und den Mut, das alles so offen zu machen. Selbstverständlich waren nicht alle zufrieden damit, aber die große Mehrheit unterstützte es.
Neben den großen Wandmalereien gab es auch eine Liste. Eine Liste mit all den Übergriffigen der Universidad de Guadalajara, Professoren wie Studenten.

Nein, es steht nicht dabei, was die Person getan hat.
Nein, es steht nicht dabei, wer die Person auf die Liste gesetzt hat.
Ja, auf der Liste könnten theoretisch Unschuldige stehen.
Diese Diskussion werde ich an dieser Stelle nicht führen.

Es waren erst zwei Monate vergangen und ich kannte nur eine Hand voll Menschen auf dem Campus. Meine Professoren standen zum Glück nicht drauf, was natürlich nichts heißt, aber immerhin. Ich kannte auch sonst niemanden auf der Liste, dachte ich. Als ich aber zurück von der Uni in meine WG kam, sprach mich mein Mitbewohner auf die Liste an: „Hast du schon gesehen, dass einer der Betreuer von InterCUCSH auf der Liste ist?“ Und jetzt beschreibt Schock ganz gut, was ich fühlte. Dann folgte Wut. Ich schrieb sofort meiner Betreuerin und fragte sie, was sie diesbezüglich tun würden. „Liste? Welche Liste?“ Die Liste, die überall auf dem Campus hängt und via WhatsApp geteilt wird. „Ich weiß davon nichts.“ Ok, nun weißt du es, also was wird getan? „Ich kann mir das nicht vorstellen. Wenn dir was passiert ist, dann melde es bitte im Büro.“ Mir ist aber nichts passiert, anderen (angeblich) aber. Ich kann nichts melden, weil mir nichts passiert ist. „Ok, wenn du etwas melden kannst, dann kannst du das im Büro machen. So kann ich leider nichts für dich tun.“
Es war ein langer Chat, der sich im Kreis drehte. Dass sie, als meine Betreuerin und Chefin dieser Gruppe, irgendwie agieren sollte, sah sie nicht so.
Ich überlegte, trotzdem zum Büro zu gehen. Nach einigen Gesprächen mit anderen war aber klar, dass das nichts bringen würde, außer mich eventuell in Gefahr. In Gefahr?
In Gefahr. Es mag zuerst übertrieben klingen, aber es gibt einfach gute Gründe, warum es eine anonyme Liste und keine Anzeigen im Büro der Universität und/oder der Polizeistation gibt. Der Typ auf der Liste hat Zugriff auf meine Adresse, meine Mail, meine Handynummer. InterCUCSH bezahlt die Betreuenden. Wenn ich diesen Typen um seinen Job bringe und seinen Ruf vor Mitarbeitenden der Uni ruinieren würde (falls es jemals so weit gekommen wäre), dann wäre er sicherlich not amused. Und erneut: Ich hatte ja nichts gegen ihn in der Hand, außer dieser Liste. Ich sprach mit anderen Austauschstudierenden und erfuhr, dass er sich bereits während der Stadttour an einige der Austauschstudentinnen auf unangenehme Weise rangemacht hatte und sehr aufdringlich gewesen war.
Einige Tage darauf traf ich mich mit einer Kommilitonin und erzählte auch ihr von der Liste, von der sie natürlich schon wusste. Sie wurde ebenso wütend. Als ich ihr dann den Namen der Person sagte, schüttelte sie nur den Kopf: Er ist dafür bekannt. Es gibt nicht nur eine, sondern mehrere Geschichten über ihn von verschiedenen Betroffenen. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass niemand der InterCUCSH-Gruppe darüber Bescheid wusste.

Ich fasse an dieser Stelle nochmal zusammen /(TL;DR)
Junge Studentinnen, die wahrscheinlich zum ersten Mal für längere Zeit wirklich weitweg von Zuhause und ihrem gewohnten Umfeld sind, begeben sich in die Obhut voneinem Täter und einer Gruppe, die ihn schützt. Sie gehen mit ihm und der Gruppe auf Tagesausflüge, auf denen der Alkohol in Strömen fließt, oder verbringen sogar mehrere Tage am Stück mit ihm und dieser Gruppe. Eine zusätzliche eventuelle Sprachbarriere erschwert es außerdem Grenzen deutlich zu kommunizieren. Das Machtgefälle, der Altersunterschied sowie eine Abhängigkeit zwischen Betreuer und Betreuten kann zudem einschüchternd wirken. Gerade zu Beginn sind die Betreuenden die ersten und manchmal auch einer von wenigen Kontakte.

Das International Office unserer Uni weiß darüber Bescheid, da ich sie informiert habe. Eine Reaktion darauf gab es nicht und mein Erfahrungsbericht, in dem ich all das darlege, wurde nicht veröffentlicht.

Ich sage nicht, dass man in Guadalajara nicht studieren kann, denn das kann man sehr gut. Aber diese wichtigen Informationen vorzuenthalten empfinde ich als sehr fahrlässig. Es gibt mir das Gefühl, dass die Studierenden dieser Gruppe „ausgeliefert“ werden. InterCUCSH ist für mich untragbar und sollte komplett neu besetzt werden. Das International Office der Uni Oldenburg sollte Stellung beziehen und Verantwortung übernehmen.

Helena Leucht hat den Master Kulturanalysen an der Cvo Universität Oldenburg absolviert. Nach ihrem Auslandssemester schrieb sie in Guadalajara auch ihre Masterarbeit zum Thema Körperkapital. In ihrer Freizeit gibt sie Workshops zu den Themen Körperintegrität und Safer Spaces.


¿En buenas manos?
Un comentario sobre un semestre en Guadalajara y nuestra International Office por Helena Leucht

A mediados de enero de 2020, fui a Guadalajara, México, para pasar mi semestre deintercambio en la Universidad de Guadalajara. La Universidad de Guadalajara tiene varios campus para las diferentes disciplinas. Yo fui al Centro Universitario deCiencias Sociales y Humanidades (CUCSH) y tomé algunos cursos ahí para complementar mi maestría.
Antes de partir, lxs estudiantes de intercambio fuimos contactadxs por lxs mentorxs (tipo „buddy“) de un grupo llamado InterCUCSH. Se trata de un grupo de estudiantes pagado por la universidad mexicana. Lxs mentorxs nos ayudaron primero con nuestra agenda. Luego nos invitaron a un evento de bienvenida al principio del semestre.
Este evento confirmó mi sospecha de que yo era, con mucho, la más vieja entre lxs estudiantes de intercambio. Esto no me molestó, pero estaba bastante claro que yo ya no representaba el grupo destinatario del programa que InterCUCSH presentó ese día. Por ejemplo, en febrero iba a haber una oportunidad de pasar un fin de semana en la playa „Boca de Iguanas“ para celebrar el día de San Valentín. „Beach Lover Festival“ era el nombre de la escapada, y también incluía cuatro horas de „barra
libre“.
En el evento de bienvenida, todos lxs mentorxs se presentaron una vez. Mi supervisora era también la jefa de InterCUCSH y parecía muy amable. Lxs demás también parecían abiertxs y simpáticxs. Retomaron la ayuda con el horario y otros problemas relacionados con los estudios. Sorprendentemente, también ofrecieron su ayuda para otros problemas. „Si alguna vez estás borracho en un club y no sabes cómo llegar a casa o no sabes dónde estás, ¡puedes llamarnos! Estamos aquí para ti“. Los que ya entendían el español se rieron. Creo que eso no es tan improbable que ocurra en una ciudad de 4 millones; perder la orientación, quiero decir.
Después tocaron un tema serio: la violencia sexual. También aquí, InterCUCSH quiso ser un punto de contacto para nosotrxs. Nos sentimos en buenas manos. El primer mes pasó volando. Por supuesto, no fui al Beach Lover Festival con InterCUCSH, pero sí fui al tour por el centro de Guadalajara y a Tequila. El tour porel centro estuvo bien. Tequila fue como uno se imagina un viaje con un grupo de estudiantes de 18 a 22 años tomando juntxs durante un día. No lxs juzgo, lo digo para poder contextualizar después.
Después de este evento, tuve claro que definitivamente no viajaría con InterCUCSH. De hecho, InterCUCSH también ofrece viajes, incluso un viaje a Cuba. Lxs mentorxs viajan siempre con lxs estudiantes.
El 8 de marzo se celebra en México el „Día de la Mujer“ (así lo llaman). En mi campus, este día se aprovechó para llamar la atención sobre algunos acontecimientos. Los profesores habían creado un grupo de WhatsApp junto con los estudiantes para calificar a las alumnas por su apariencia física. Se habían producido agresiones por parte de estudiantes y profesores, que ahora se abordaban públicamente. Se habían escrito varias consignas y se habían manchado las paredes de la universidad: „La Universidad de Guadalajara viola“. En las oficinas de algunos profesores también había graves acusaciones contra ellos.
Lo que sentí no tuvo nada que ver con un susto o un shock. Sentí admiración por la acción y por la valentía de tomar esas medidas. Por supuesto, no todo el mundo estaba contento con esas acciones, pero la gran mayoría las apoyaba.
Además de los murales, también había una lista. Una lista de todos los agresores de la Universidad de Guadalajara, tanto profesores como alumnos.
No, no dice qué hizo la persona.
No, no dice quién puso a la persona en la lista. Sí, teóricamente podría haber personas inocentes en la lista.
Pero no voy a tener esa discusión en este momento.

Sólo habían pasado dos meses y sólo conocía a unas pocas personas en el campus. Mis profesores no estaban en la lista, afortunadamente, lo que no significa nada, por supuesto. Tampoco conocía a nadie más de la lista, o eso pensaba. Cuando volví de la universidad a mi piso compartido, mi compañero de piso me habló de la lista. „¿Has visto que uno de los mentores de InterCUCSH está en la lista?“.
Y ahora „shock“ describe bastante bien lo que sentía. Luego vino la rabia.
Inmediatamente escribí a mi supervisora y le pregunté qué iban a hacer al respecto. „¿Lista? ¿Qué lista?“ La lista que está por todo el campus y que se comparte porWhatsApp. „No sé nada de eso“. Ok, ahora sí sabes de ella, entonces ¿qué van a hacer? „No puedo creer que esto sea cierto. Si te ha pasado algo, por favor, denuncia en la oficina“. A mí no me ha pasado nada, pero sí a otras (supuestamente). No puedo
denunciar nada porque no me ha pasado nada. „Ok. Si puedes denunciar algo, puedes hacerlo en la oficina. Ahora mismo no puedo hacer nada por ti, lo siento“.
Fue una larga charla que dio muchas vueltas. La supervisora y jefa de InterCUCSH no se sintió de ninguna manera responsable y no estaba dispuesta a actuar.

Pensé en ir a la oficina de todos modos. Pero después de algunas conversaciones con otras personas, estaba claro que esto no tendría ninguna consecuencia, salvo la posibilidad de ponerme en peligro.
¿En peligro? En peligro. Al principio puede parecer una exageración. Sin embargo, hay buenas razones para que haya una lista anónima y no haya denuncias en la oficina de la universidad y/o con la policía. El tipo de la lista tiene acceso a mi dirección, mi correo electrónico, mi número de celular. InterCUCSH paga a lxs mentorxs. Si yo privara a este tipo de su trabajo y arruinara su reputación delante de lxs empleadxs de la universidad (si llegara a eso), estoy segura de que no le haría ninguna gracia. Y de nuevo, no tenía nada contra él, excepto esta lista. Hablé con otrxs estudiantes de intercambio. Me dijeron que ya se había acercado de forma desagradable a algunas de las estudiantes de intercambio durante la visita a la
ciudad y que había sido muy insistente.
Unos días después, me reuní con una compañera de la universidad y le hablé también de la lista, que por supuesto ya conocía. Se enfadó igualmente. Luego, cuando le dije el nombre de la persona, solo pudo negar con la cabeza: „Es conocido por ello“. No sólo hay una, sino varias historias sobre él de diferentes personas involucradas. Ella estuvo convencida de que el grupo InterCUCSH lo supiera.
Resumo de nuevo en este punto:
Las jóvenes estudiantes, que están lejos de su casa y de su entorno familiar durante mucho tiempo, y probablemente por primera vez, se ponen al cuidado de un agresor y de un grupo que lo protege. Se van de excursión o incluso pasan varios días seguidos con él y este grupo, y siempre hay mucho alcohol de por medio. Además, una posible barrera lingüística dificulta la comunicación clara de los límites. Eldesequilibrio de poder, la diferencia de edad y la dependencia entre el cuidador y la persona cuidada también pueden resultar intimidantes. Sobre todo al principio, lxs mentorxs son lxs primerxs y a veces uno de los pocos contactos.
La Oficina Internacional de nuestra universidad lo sabe porque les informé. No hubo ninguna reacción y mi informe de experiencia, en el que explico todo esto, no se publicó.
No digo que no se pueda estudiar en Guadalajara, porque se puede hacer bastante bien. Pero ocultar esta importante información es muy negligente. InterCUCSH es inaceptable para mí y debería ser completamente cambiado. La Oficina Internacional de la Universidad de Oldenburgo debería tomar partido y asumir su responsabilidad.


In good hands?
A comment on a semester in Guadalajara and our International Office by Helena Leucht

In mid-January 2020, I flew to Guadalajara, Mexico, to spend my semester abroad at the Universidad de Guadalajara. The Universidad de Guadalajara has several campuses for the different disciplines. I was housed at the Centro Universitario de Ciencias Sociales y Humanidades (CUCSH) and took some courses that would complement my master’s degree.
Before departure, we exchange students were contacted by mentors of a group called InterCUCSH. This is a student group paid for by the Mexican partner university. The mentors first helped us with our schedule. Then they invited us to a welcome event at the beginning of the semester.
This event confirmed my suspicion that I was by far the oldest among the exchange students. This did not bother me much, but it was quite clear that I was no longer the target group for the program that InterCUCSH presented that day. In any case, I did not feel addressed. For example, in February there was going to be an opportunity to spend a weekend at the beach „Boca de Iguanas“ to celebrate Valentine’s Day. „Lover’s Beach Festival“ was the name of the getaway, and it also included four hours of „barra libre“ – an alcoholic all-you-can-drink.
At the welcome event, all the mentors introduced themselves once. My mentor was also the head of InterCUCSH and seemed very friendly. The others also appeared to be nice and open-minded. They took up again the help with the timetable and other study-related problems. Surprisingly, they also offered
their help with further problems. „If you are ever drunk in a club and don’t know how to get home or you don’t know where you are, you can call us! We are here for you!“ Those who already understood Spanish laughed. I believe, that’s not so unlikely to happen in a city of 4 million; losing the orientation, I mean.
To my delight, a serious topic was then brought up: sexual violence. Here, too, InterCUCSH wanted to be a point of contact for us. We felt we were in good hands.
The first month flew by. Of course I didn’t go to the Lover’s Beach Festival with InterCUCSH, but I did go to the city tour and to Tequila. The city tour was ok. Tequila was like you would imagine a trip with a bunch of 18 to 22 year old students drinking together for a day. It sounds judgy, but it’s not meant that way. I say that to be able to contextualize later.
After this event, it was clear to me that I would definitely not be traveling with InterCUCSH. In fact, InterCUCSH also offers trips, even a longer trip to Cuba was on the agenda. The mentors travel with the mentees every time.
On March 8, „Women’s Day“ (it’s called that, unfortunately) is celebrated in Mexico. On my campus, this day was taken as an opportunity to draw attention to some incidents. Male professors had created a WhatsApp group together with male students to rate female students. There had been assaults by students and professors, which were now publicly addressed. Several slogans had been written and smeared on the walls of the university: Universidad de Guadalajara rapes. On the office of some professors there were also serious accusations against them.
Shock was not what I felt. I admired the action and the courage to address this issues so openly and radically. Of course, not everyone was happy with it, but the vast majority supported it.
Besides the big murals, there was also a list. A list of all the assaulters of the Universidad de Guadalajara, professors and students alike.

No, it doesn’t say what the person did.
No, it doesn’t say who put the person on the list. Yes, there could theoretically be innocent people on the list.
I am not going to have that discussion at this point.

It had only been two months and I only knew a handful of people on campus. My professors weren’t on it, thankfully, which means nothing, of course, but still. I didn’t know anyone else on the list either, so I thought. But when I got back from campus to my shared apartment, my roommate approached me
about the list. „Have you seen that one of the mentors from InterCUCSH is on the list?“
And now shock describes quite well what I was feeling. Then anger followed. I immediately wrote my mentor and asked her what they were going to do about this. „List? What list?“ The list that hangs all over campus and is shared via WhatsApp. „I don’t know anything about that.“ Okay, now you do, so what are
you going to do? „I can’t believe this to be true. If something happened to you, please report it to the office.“ Nothing had happened to me, but to others (supposedly). I can’t report anything because nothing happened to me. „Okay, if you can report something, you can do it in the office. I can’t do anything
for you right now, unfortunately.“
It was a long chat that went in circles. She didn’t see herself, as my mentor and boss of this group, in any way responsible and she wasn’t willing to act.
I considered going to the office anyway. Yet, after a few conversations with others, it was clear that this would have no impact except possibly put me in danger.
In danger? In danger. It may sound like an exaggeration at first. Yet, there are good reasons why there is an anonymous list and no reports at the university office and/or the police station. The guy on the list has access to my address, my email, my cell phone number. InterCUCSH is paying the mentors. If I were to
deprive this guy of his job and ruin his reputation in front of university employees (if it ever came to that), I’m sure he would be not amused. And again, I had nothing on him except this list.
I talked to other exchange students. They told me that he had already made an unpleasant pass at some of the female exchange students during the city tour and that he had been very pushy.
A few days later, I met with a fellow student and told her about the list as well, which of course she already knew about. She became equally angry. Then when I told her the name of the person, she just shook her head, „He’s known for it. There is not just one, but several stories about him from different people involved. She could not believe by any stretch of the imagination that no one in the InterCUCSH group knew about it.

I summarize again at this point /(TL;DR).
Young female students, who are far away from home and their familiar environment for a long time, probably for the first time, put themselves in the care of a perpetrator and a group that protects him. They go on day trips or even spend several days at a time with him and this group, and every time there is a
lot of alcohol involved. Also, a possible language barrier makes it difficult to communicate boundaries clearly. The power imbalance, age difference, and a dependency between caregiver and cared-for person can also be intimidating. Especially at the beginning, the mentors are the first and sometimes one of only
a few contacts.
The International Office of our university knows about this because I informed them. There was no reaction and my experience report, in which I explain all this, was not published.
I am not saying that you can’t study in Guadalajara, because you can do so pretty well. But to withhold this important information is very negligent. InterCUCSH is unacceptable to me and should be completely re-staffed. The International Office of the University of Oldenburg should take a stand and assume responsibility.